sparen-fuer-kinder

Sparen für Kinder und Enkelkinder: diese Möglichkeiten gibt es

Viele Eltern und Großeltern möchten gerne etwas Geld für ihre Kinder zurücklegen. Um das passende Sparprodukt zu finden, gibt es einige Punkte zu beachten. Ich verrate euch worauf ihr achten solltet!

Kinder oder Enkelkinder verbreiten viel Freude und Spaß, dennoch sind sie eine finanzielle Herausforderung. Daher ist es sinnvoll Rücklagen zu bilden, um alle kommenden Kosten stressfrei stemmen zu können. Allzu häufig wird auf Sparprodukte vergangener Zeiten zurückgegriffen, obwohl sie im heutigen Umfeld meist nicht mehr sinnvoll sind. Ich möchte euch hier einige Möglichkeiten vorstellen und erläutern warum sie zum Sparen für Kinder geeignet sind oder warum sie besser nicht gewählt werden sollten.

Wieviel kosten Kinder?

Laut einer Einschätzung des Statistischen Bundesamts aus 2008 kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr durchschnittlich 120.000 Euro. Häufig hört die elterliche Unterstützung aber mit diesem Datum noch nicht auf. Befindet sich das Kind noch auf dem Weg zum Abitur und möchte gegebenenfalls noch studieren kommt noch ein großer Betrag oben drauf. Eine Umfrage unter mehr als 60.000 Studentinnen und Studenten hat ergeben, dass 86% von ihnen noch von ihren Eltern finanziell unterstützt werden. Dabei benötigt ein Student ca. 600 Euro im Monat zum Leben. So würde ein Bachelorstudium von 6 Semestern ca. 21.000 Euro kosten.

Warum sollte man für seine Kinder oder Enkelkinder sparen?

Wie du oben gesehen hast, ist das Großziehen eines Kindes alles andere als günstig. Umso wichtiger ist es ein finanzielles Polster aufzubauen um die auftretende Kosten stemmen zu können. Neben den Lebensunterhaltskosten gibt es einige Anlässe, für die es sich lohnt Geld zurückzulegen. Mögliche große Kostenpunkte sind z.B. Klassenfahrten und Auslandsbesuche in der Schule, der Führerschein oder aber Auslandssemester im Studium.

Wie bei jeder Geldanlage gilt auch hier: wer früher spart, hat später mehr. Idealerweise eröffnen Eltern direkt mit der Geburt ihres Kindes ein Spartopf, der regelmäßig gefüllt wird. Dies kann zum Beispiel monatlich durch das Kindergeld geschehen oder aber durch Einmalgeschenke von Verwandten zu Geburtstagen, Taufe oder anderen Anlässen. Früh angelegt kann der Zinseszins wirkungsvoll arbeiten und so den Spartopf prall füllen.

Wie finde ich die passende Anlage für Kinder?

Um die passende Geldanlage zu finden, sollten einige Punkte beachtet werden. Keiner kann den Werdegang seines Kindes voraussagen oder welche Vorstellungen und Wünsche es mit 18 Jahren hat. Daher ist es wichtig eine flexible und renditestarke Geldanlage zu wählen. Im Folgenden möchte ich eine kleine Übersicht geben welche Möglichkeiten es gibt und ob sie für das Sparen geeignet sind.

Geeignete Produkte:

Ein Depot ist ein Konto über das Wertpapierorder verbucht werden. Wer bereit ist etwas Risiko einzugehen, kann hier die höchste Rendite abgreifen. Zu risikoreiche Investments sind für Junior-Depots (Kind als Depotbesitzer) vom Gesetzgeber ausgeschlossen. Fonds- und ETF-Sparpläne können allerdings bespart werden. Sie sind besonders günstig, renditestark und mit wenig Aufwand eingerichtet. Wählt man einen guten ETF aus und hat einen Anlagehorizont von 10 oder mehr Jahren, ist dieses Anlageprodukt eine sehr gute Wahl. Hinzukommt die enorme Flexibilität des Sparplans, da jederzeit der ETF gewechselt werden kann oder auch die Sparrate verändert und ausgesetzt werden kann.

Ein Tagesgeldkonto ist die sicherste Methode um Geld anzulegen. Das Geld ist jederzeit verfügbar und gegen Verlust gesichert. Allerdings ist die Rendite im jetzigen Niedrigzinsumfeld mickrig, sodass sich Tagesgeld nur für einen kurzen Anlagezeitraum empfiehlt. Häufig wird von Banken mit hohen Zinsen für Kindertagesgeldkonten geworben, allerdings gilt dieser großzügige Zinssatz nur bis zu einem bestimmten Alter des Kindes oder bis ein bestimmter Betrag eingezahlt wurde. Danach wird der Zins wieder kräftig nach unten geschraubt.

Ein Festgeldkonto kommt in Frage, wenn bereits eine gewissen Sparsumme vorhanden ist. Dies Konto gehört neben dem Tagesgeldkonto zu den sichersten Geldanlagen, bietet aber etwas mehr Zinsen. Für dieses kleine Plus an Zinsen muss allerdings eine feste Laufzeit von wenigen Monaten bis mehreren Jahren hingenommen werden. Über das Geld kann erst nach Ablauf dieser Zeit verfügt werden.

Bedingt geeignete Produkte:

Genossenschaftsanteile sind eine tolle Möglichkeit etwas Geld zurückzulegen. Leider können oftmals nur kleine Beträge investiert werden und man muss in den meisten Fällen im Einzugsbereich der jeweiligen Genossenschaft leben. Besonders interessant können die Anteile werden, falls man später für sich oder sein Kind eine günstige Wohnung dieser Genossenschaft mieten möchte. Flexibel ist diese Anlage leider nicht, da das Kapital meistens mit einer Kündigungsfrist von bis zu einem Jahr gebunden ist.

Ein Banksparplan ist eine verzinste Geldanlage für den schrittweisen Vermögensaufbau. Banksparpläne gibt es in drei Varianten: feste Laufzeit und fester Zinssatz, Zinstreppe mit steigendem Zinssatz von Jahr zu Jahr oder variabler Zinssatz (angepasst an dem Leitzins) plus laufzeitabhängige Bonusprämien. Banksparpläne sind unflexibel, weil sie nur dann hohe Rendite abwerfen, wenn man sie sehr lange bespart. Sollte man vorher aussteigen (müssen), ist es ein meist Negativgeschäft.

Nicht geeignete Produkte:

Von Versicherungslösungen und Kombiprodukten raten Experten ganz klar ab. Diese sind meist sehr unflexibel, teuer und entsprechend auch renditeschwach. Zu diesen Produkten zählen zum Beispiel Ausbildungsversicherungen und Schutzbriefe oder gar Rentenversicherungen fürs Kind. Soll es dennoch unbedingt eine Versicherung zur Absicherung des Kindes sein, gibt es eine bessere Alternative. Bis das Kind eigenes Geld verdienen, fungieren die Eltern als Lebensversicherung. Daher ist es sinnvoll, dass die Eltern eine Risikolebensversicherung besitzen, welche bei einem Todesfall das Kind absichern.

Bausparen ist eine sehr unflexible und renditeschwache Geldanlage, die auch noch zweckgebunden ist. Darüber hinaus macht bausparen nur Sinn, wenn später auch ein Bauspardarlehen aufgenommen wird, um von niedrigen Schuldzinsen zu profitieren. Wer weiß heute schon ob sein Kind später bauen möchte oder die Zinsen für ein Darlehen steigen werden?

Das Sparbuch gehört zu den Klassikern, aber auch seit längerer Zeit zu den schlechtesten Möglichkeiten der Geldanlage. Die Zinsen liegen im Bereich von 0,01% und können so nicht mal die Inflation von 2% ausgleichen (Stand 08.2018).

Welche Produkte habe ich gewählt?

Wir haben uns für eine Kombination aus Tagesgeld und ETF-Sparplan entscheiden. Dabei ist dient Tagesgeld als Speicher für einen kleinen Geldbetrag für kurz- und mittelfriste Ausgaben. Den ETF-Sparplan nutzen wir für die langfristige Geldanlage bis zum 18. Geburtstag, um das Anlagerisiko zu minimieren und den Zinseszinseffekt bestmöglich auszunutzen.

Als Beispiel: Zur Geburt des Kindes wird ein Depot eröffnet und bis zum 18. Geburtstag monatlich 100 Euro in einen ETF-Sparplan auf den MSCI World gezahlt. Nimmt man eine Rendite von 6% an, so kommt ein Endkapital von 38.300 Euro raus, wobei nur 21.600 Euro eingezahlt wurden. Mit diesem Beitrag sollte ein Führerschein und das Bachelorstudium gesichert sein.

Sparen im Namen des Kindes oder auf den eigenen Namen?

Diese Frage müssen Eltern und Großeltern klären bevor schlussendlich das Sparen beginnen kann. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, die ich euch hier vorstellen möchte.

Sparen im Namen des Kindes:

In diesem Fall eröffnen beide Elternteile zusammen das Konto oder Depot auf dem Namen des Kindes und erhalten eine Vollmacht bis zum 18. Lebensjahr des Kindes. Sie dürfen nicht frei über das Geld verfügen, sondern müssen bei jeder Entnahme nachweisen, dass das Geld für das Kind verwendet wird.

  • Geld wird eindeutig dem Kind zugeordnet
  • Kind besitzt eigenen Steuerfreibetrag von circa 9.500 Euro
  • Einige Banken geben Zinsaufschläge für sogenannte Kinderkonten
  • Bei zu hohen Spareinnahmen geht das Mitversicherungsrecht des Kindes bei der Krankenkasse verloren
  • Überschreitet das Vermögen des Kindes den Wert von 7.500 Euro, so besteht kein Anspruch auf Bafög
  • Sobald das Kind 18. Jahre alt geworden ist, wird das Konto oder Depot auf das Kind übertragen. Das Kind kann nun das Geld nach eigenem Gewissen ausgeben, auch für zweifelhafte Zwecke. Eltern habe hier kein Mitspracherecht mehr

Sparen auf den eigenen Namen:

In diesem Fall kann die Person, die für das Kind sparen möchte, einfach das Konto bzw. das Depot auf seinen Namen eröffnen und frei über das Geld verfügen.

  • Einfache Kontoeröffnung ohne Einverständnis beider Elternteile
  • Volle Kontrolle auch über den 18. Geburtstag hinaus
  • Mitversicherung in der Krankenkasse und Bafög sind nicht gefährdet
  • Belastung des eigenen Steuerfreibetrags
  • Bei Geldübertragung später kann ab 200.000 Euro eine Schenkungssteuer anfallen
  • Geld gehört nicht offiziell dem Kind und ist somit nicht gegenüber Ansprüche Dritter gegen den Kontoinhaber geschützt (beispielsweise bei einer Insolvenz)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.