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Nachrichten-Diät: der richtige Umgang mit Medien

Immer die neusten Nachrichten zu kennen, ist in der heutigen Welt unglaublich einfach geworden. Aber bringt uns dieses Wissen wirklich persönlich weiter oder schadet uns dieser unkontrollierte Konsum?

Die alltägliche Nachrichten-Flut

Jeden Tag, zu jeder Stunde und Minute werden wir mit Nachrichten überschüttet. Die Medien bombardieren uns buchstäblich ständig über Nachrichten-Streams und Push-Nachrichten mit vermeintlich wichtigen Informationen. Es ist immer etwas los. Sich dieser Reizüberflutung zu entziehen, ist gar nicht mehr so einfach. Doch dieser teils unbewusste Nachrichten-Konsum kostet viel Energie und Aufmerksamkeit.

Dabei ist Aufmerksamkeit eine sehr wichtige Ressource. Alle Medien, ob TV, Radio oder Social Media buhlen um dich und deine Aufmerksamkeit. Ab einem gewissen Punkt bist du aber nicht mehr aufnahmefähig, deine Aufmerksamkeit ist dahin.

Besser wäre es natürlich, wenn du deine Aufmerksamkeit gezielt einsetzt, um gewissen Herausforderungen oder Tätigkeiten auszuführen. Denn alles, auf das du deine Aufmerksamkeit richtest, wird zu deiner Realität. Hierbei ist es egal, ob es der Wirklichkeit entspricht oder nur in deinem Kopf ist. Deswegen wird es an der Zeit, dir deine Aufmerksamkeit zurückzuholen!

Das Problem mit den Nachrichten

Häufig hat man das Gefühl, dass die Welt immer schlechter wird. Es passieren mehr Verbrechen, Leute werden übers Ohr gehauen, Umweltkatastrophen passieren. Man hat keine Verschnaufpause mehr. Passiert wirklich mehr Schlechtes auf der Welt? Vermutlich nicht, es wird nur mehr berichtet.

Die Antwort ist ganz einfach: negative Schlagzeilen wirken interessanter, versprechen mehr Aufmerksamkeit und verkaufen sich somit besser. Man darf nicht vergessen, dass Medien (Fernsehsender, Verlage, Radiosender, etc.) auch nur Unternehmen sind. Und Unternehmen müssen Gewinn erwirtschaften. Je mehr Menschen sie erreichen, desto mehr verdienen sie durch z.B. Werbung oder bezahlte Artikel.

Neben diesen negativen Nachrichten gibt es noch eine weitere „Klasse“ von Nachrichten, die (für dich) irrelevanten Nachrichten. Das sind diejenigen Nachrichten, die unmittelbar keinen Einfluss auf dein Leben haben. Beispielweise die Gewinner von irgendwelchen Castings-Shows, Rosenkriege zwischen Prominenten, die neusten Tweets von Donald Trump und vieles vieles mehr.

Natürlich gibt es auch irrelevante negative Nachrichten. Nehmen wir als Beispiel ein Erdbeben auf der Südhalbkugel oder ein Flugzeugabsturz. Beides sind natürlich keine schönen Ereignisse, aber betrifft es euch direkt? Meistens wohl nicht. Das ganze klingt natürlich jetzt etwas egoistisch. Die betroffenen Menschen leiden natürlich. Aber wenn wir ehrlich sind: der Großteil der Menschen, welche diese Nachrichten lesen, werden sich nicht engagieren bzw. für die Geschädigten Geld spenden. Entweder ich tue etwas, um diesen Menschen zu helfen oder investiere meine Aufmerksamkeit in Sachen, die ich beeinflussen kann und will.

So wirken Nachrichten auf uns

Generell sind Nachrichten leider alles andere als objektiv. Jede Nachricht, die du hörst oder liest, wurde bereits mehrfach für dich vorgefiltert. Die Medien bestimmen welche Schwerpunkte gesetzt werden und was du vorgesetzt bekommst. Die neusten Nachrichten fallen natürlich nicht vom Himmel, sondern jemand muss entscheiden was die Leute interessiert. So entstehen Hot-Topics bzw. Trends, welche beliebig von den Medien aufgeblasen werden können. Dies führt natürlich dazu, dass gewisse Themen komplett ausgeblendet werden.

Nachrichten müssen leicht verdaulich sein. Dafür müssen komplexe Sachverhalten stark vereinfacht werden. Hierbei wird häufig an der Erklärungskraft gespart. Da heißt, dass Nachrichten ihren Fokus sehr stark auf die Folgen eines Ereignisses setzen und fast komplett die Ursachen ausblenden. Man sprintet von Headline zu Headline und nimmt sich gar nicht mehr die Zeit über die Fakten nachzudenken. Die eigene Analyse fällt weg und man ist den Medien schutzlos ausgeliefert.

Das größte Risiko besteht meiner Meinung nach in der Manipulation der eigenen Risikobewertung. Je häufiger man negative Nachtrichten hörst, desto mehr nimmt man das schlechte Weltbild ins Unterbewusstsein auf. Dies kann zu erhöhter Angst führen, wenn nicht sogar zu einem Leben in Angst. Risiken, welche man öfter hört, werden subjektiv als wahrscheinlicher angesehen, obwohl dies in der Realität nicht sein muss. So wird beispielsweise das Risiko eines Flugzeugabsturzes als wahrscheinlicher und beängstigender wahrgenommen, wenn darüber im Fernsehen berichtet wurde.

Tim Ferriss sagte folgendes zu den Auswirkungen von Nachrichten: der Konsum dieser meist negativen Informationen kostet sehr viel Zeit, hat nichts mit den eigenen Zielen zu tun und entzieht sich meistens dem eigenen Einfluss. Warum also seine Energie und Zeit verschwenden?

Mehr Informationen gleich bessere Entscheidungen?

Generell wurde uns beigebracht, dass je mehr Informationen man besitzt, desto bessere Entscheidungen kann man treffen. Soweit richtig, wenn es sich um die entscheidenden Informationen handelt. Bekommt man diese aus Nachrichten? Unwahrscheinlich, denn wie oben erwähnt sind diese Informationen eher oberflächlich und nicht ausdifferenziert.

Besonders in Bereich Finanzen und Börse wird ständig mit Informationen in Form von Börsen-News, Prognosen und Expertenmeinungen um sich geworfen. Ein spezieller Tipp soll dir sofort einen Gewinn von bis zu 300% liefern. Für solche Medien wurde der unglaublich einprägsame Begriff „Finanzpornografie“ erfunden. Da muss ich nicht viel erklären, es geht hier um den leichten Konsum und die Aussicht auf den schnellen Gewinn.

Leider liegen die Voraussagen (insbesondere kurzfristige Prognosen) sehr häufig weit weg der Realität. Die Börse ist einfach ein viel zu komplexes System, um gezielte Aussagen zu treffen. Viel Wissen und viele Informationen vermittelt hier nur das Gefühl bessere Entscheidungen zu treffen.

Zu diesem Thema habe ich einen schönen Vergleich zwischen Handwerkern und Finanzexperten gelesen. Der Handwerker wird im Laufe seines Arbeitslebens immer besser in dem was er tut. Er sammelt Erfahrung, lernt neue Techniken kennen und tauscht sich mit Kollegen aus. Seine Einschätzungen zu Problemen und vorgeschlagene Lösungen werden immer wertvoller. Der Finanzexperte allerdings nicht unbedingt besser mit mehr Berufserfahrung. Selbst die größten Experten liegen mit ihren Prognosen und Einschätzungen häufig daneben. Natürlich findet man immer einen Experten der richtig liegt, aber das wird nie der gleiche sein. Alle anderen Expertenmeinungen werden meist unter den Teppich gekehrt.

Möchtest du langfristig Geld anlegen, empfehle ich dir den Vermögensaufbau mit ETFs. Für mich die beste und einfachste Möglichkeit an der Börse zu investieren.

Nachrichten-Diät – der richtige Umgang mit Medien

Bei der Wirkung von Nachrichten ist dir bestimmt schon klar geworden, warum du deinen Nachrichten-Konsum reduzieren solltest. Der Sinn soll nicht der komplette Verzicht sein, sondern eher bewusst zu entscheiden und zu konsumieren. Sieh als eine bewusste selektive Ignoranz. Du sollst dir also eine Aufmerksamkeit zurückholen und nur das konsumieren, was dich interessiert, tangiert und dich bei deinen Zielen weiterbringt. Entscheide selbst, was in deinen Kopf darf!

Wahrscheinlich denkst du jetzt: sowas kann ich nicht machen, ich muss doch wissen was Wichtiges auf der Welt passiert. Diese Angst kann ich dir direkt nehmen. Wenn etwas Wichtiges auf der Welt passiert, dann wird dein soziales Umfeld (Familie, Freunde und Kollegen) dir zuverlässig von diesen Ereignissen erzählen.

So konsumierst du Nachrichten bewusst

Zunächst solltest du dir klar werden, welche Art von Nachrichten du hören willst. Interessieren dich bestimmte Themen, so solltest du dir einen Nachrichten-Dienst mit bestimmten Schlagworten einrichten. Dafür bieten sich bestimmte Apps auf dem Smartphone oder Browser-Plugins bzw. Programme auf dem PC an. Noch einen Schritt weiter geht der komplette Verzicht auf Nachrichten-Dienste. Hierbei suchst du gezielt selber nach deinen Schlagworten und zwar wann und wo du willst.

Möchtest du dich fundierter und ausgiebiger mit einem Thema auseinandersetzen und nicht auf Zeitschriften verzichten, so bieten sich Wochen- oder Monatsmagazine an. Hierbei wird nicht auf akute Aktualität und leichte Verdaulichkeit, sondern auf ausführliche Recherche, Beleuchtung der Hintergründe und objektive Berichterstattung gesetzt.

Durch die sorgsame Auswahl was du konsumierst, wirst du mit mehr Energie im Leben und Klarheit in deinem Kopf belohnt. Du hast mehr Zeit für die Dinge, welche für dich interessant und wichtig sind. Richtest du deine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf positive Dinge, so wirst du unbewusst glücklicher und siehst Chancen, wo andere Leute Probleme oder Gefahren sehen. Probiere es einige Wochen aus. Friede im Kopf führt zu Raum für Neues.

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